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Archiv-Dateien
Immer wieder werden wir gefragt, was es denn mit zip- , rar-Dateien (Windows) oder tar, tar.gz, tar.bz2-Dateien (Unix/linux) auf sich hat. Nachstehend erhalten Sie eine Erklärung:
Archive sind Dateien, die ihrerseits andere Dateien enthalten. Die gebräuchlichsten Archivformate sind für Windows die ZIP- und die RAR-Datei. In der Regel sind die einzelnen Dateien in einem Archiv auch noch gemäss den Voreinstellungen komprimiert. Z.B. versteht das Programm “WinZip” den Begriff "Hinzufügen" als Befehl im Sinne von "Dateien komprimieren und in ein Archiv aufnehmen". "Extrahieren" bedeutet "archivierte Dateien entpacken und auf einem Datenträger bereitstellen". Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Hinzufügen (englisch: archive) auch als "Zippen" oder "Packen" oder “archivieren” und das Extrahieren (englisch: “extract”) als "Entzippen" oder "Entpacken" oder “Auspacken” bezeichnet.
Wozu braucht man das ?
- Die meisten Dateien, die Sie aus dem Internet beziehen können, liegen in Form von Archiven vor. Gerade auf dem Gebiet des elektronischen Datenverkehrs bieten Archive zwei wesentliche Vorteile:
- Zum einen lassen sich mehrere Dateien (*siehe Beispiele 1 und 4) in ein Archiv packen und in einem Arbeitsgang übertragen
- Zum anderen wird durch die geringere Größe der komprimierten Dateien die Übertragungsdauer minimiert. (*siehe Beispiel 2)
- Um Speicherplatz auf der Festplatte einzusparen, können wenig verwendete Dateien in komprimierter Form aufbewahrt und bei Bedarf jederzeit entpackt werden (*siehe Beispiel 3)
- Um Daten zu verschlüsseln. So ist es möglich ein passwortgeschütztes Archiv-Paket anzulegen und vor unbefugtem Zugriff zu schützen (*siehe auch Beispiel 2 und 3). Es ist jedoch zu beachten, dass diese Verschlüsselung eher rudimentärer Natur ist und für einen Sicherheitsspezialisten kein Problem darstellt (wir benötigen weniger als eine Minute, um ein verschlüsseltes Archiv zu knacken). Deshalb empfehlen wir dringend eine zusätzliche ordentliche Verschlüsselung vorzunehmen.
Um also ein Archiv zu erstellen bzw. zu entpacken, benötigt man unter Windows (für Linux gibt es unendlich Open Source-Software zu diesem Thema) ein Programm wie WINZIP oder WINRAR. Diese Programme liegen bei den Herstellern als Shareware zum Download bereit.
Tipp: Erstellen Sie sich einen Ordner, in welchen Sie grundsätzlich Archivdateien temporär entpacken (auch optional in den jeweiligen Archivprogrammen als Standard einstellbar), um diese von dort aus weiter zu verarbeiten. Achten Sie darauf, dass dieser Ordner, vor dem Entpackungsvorgang, geleert wurde, um eine Vermischung mit anderen Dateien zu vermeiden und den Überblick zu behalten.
* Beispiel 1: Ein Anbieter möchte eine CD mit 12 Liedern, welche als MP3 komprimiert wurden, zum Download bereitstellen. Der Download müßte eigentlich für jedes Lied einzeln gestartet werden. Packt er die zwölf MP3-Dateien nun in eine ZIP-Datei, kann gleich die ganze CD in einem Arbeitsgang heruntergeladen und anschließend wieder entpackt werden. Nun startet der Empfänger sein Brennprogramm und erstellt sich entweder eine MP3-CD oder Audio-CD.
* Beispiel 2: Sie möchten sensible Daten (z.B. einen Word-Brief.doc, eine Excel-Bilanz.xls) an jemanden versenden, ohne dass die Möglichkeit des Zugriffs von Unbefugten besteht. Sie packen ein Archiv, verschlüsseln die Dateinamen, versehen das ganze Paket mit einem Passwort und versenden es anschließend. Nun teilen Sie dem Empfänger das Passwort auf einem zweiten Weg (z.B. weitere e-mail über anderen account oder per Telefon) mit. Ein unberechtigter Dritter (z.B. Abfangen/Kopieren des Paketes auf einem Webserver oder Öffnen der E-Mail von Unbefugten an Ihrem Arbeitsplatz-PC) kann so das Archivpaket weder öffnen, noch die Dateinamen- oder endungen ersehen. Auch erfolgte die Übertragung, dank der Komprimierung der Daten, schneller. Sehen Sie zu diesem Thema bitte auch die eigene Rubrik: Verschlüsselung von E-Mails
* Beispiel 3: Ihre erstellte Datensicherung soll auf einer CD/DVD oder einer Festplatte gespeichert werden, ohne dass Zugriff durch unbefugte Dritte möglich ist. Sie packen ein Archiv, verschlüsseln die Dateinamen, versehen das ganze Paket mit einem Passwort und brennen es auf CD/DVD oder speichern es am gewünschten Ort. Sie haben zwei Fliegen mit einer Klappe...., denn erstens ist das gepackte Archiv komprimiert (optional) und benötigt weniger Speicherplatz, zweitens ist es verschlüsselt und vor Missbrauch geschützt.
*Beispiel 4: Ein Programm zur Installation auf dem PC oder Server soll zum Download bereitgestellt werden. Da sich die Installationsdateien jedoch in vielen festgelegten Ordnern und Unterordnern befinden (in einem sog. Foldertree), ist ein zuvoriges Zusammenpacken in eine Datei unverzichtbar. Nach dem Herunterladen und Entpacken der Archivdatei auf dem lokalen Rechner, ist der ursprüngliche Foldertree inkl. der Dateien wieder hergestellt und eine Installation der Software kann erfolgen.
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