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Desktop-PC: Linux  besser als Windows ?

1. Sicherheit

Ist Linux sicherer als Windows ? Dies behauptet zumindest die Linux-Gemeinde. Ist es aber tatsächlich wahr ? Sicherheitslücken tauchen bei beiden Systemen zu genüge auf und halten sich die Waage. Betrachtet man die Zeiträume von der Entdeckung, via Publizierung, bis zur Beseitigung eines Systembugs, liegt Microsoft mit durchschnittlich 25 Tagen (bis zur Bekanntgabe eines Bugfixes) sogar vor dem zweitplazierten Linux-Distributor Redhat (57 Tage). Dies ermittelten Marktforscher von “Forrester Research” in einer Studie.

Tatsache ist, dass Linux weit weniger angegriffen wird als Windows. Dies liegt daran, dass die meisten installierten Betriebssysteme eben von Microsoft stammen (>90 Prozent aller Desktopsysteme). Linux würde das gleiche Schicksal erfahren, wäre es ebenso verbreitet, auch wenn die Ultra-Linuxfraktion dies nicht wahr haben will.

Lobend zu erwähnen ist, dass Linux bei einer Standardinstallation automatisch einen Benutzer mit eingeschränkten Rechten einrichtet, so dass man nicht unter Root (vergleichbar dem Administrator von Windows) arbeitet. Bei einer Windows-Installation wird der User automatisch mit Adminrechten ausgestattet und man muss dies nachträglich manuell ändern (Hintergründe). Dies sollte Microsoft zukünftig ändern, um auch unerfahrene Benutzer automatisch zu schützen.

Fazit: Sind beide Systeme richtig konfiguriert und auf dem neusten Stand, nehmen sie sich in Punkto Sicherheit nichts. Keinesfalls kann pauschal behauptet werden, eines der beiden Systeme sei sicherer. Die Sicherheit beider Systeme steht oder fällt mit der Administration bzw. Konfiguration.

2. Stabilität

Dieser Punkt geht eindeutig an Linux, zumindest im Vergleich zu früheren Windows-Versionen und vor allem Servervarianten. Windows XP ist im Desktop-Bereich jedoch ein sehr stabil laufendes System und sehr gelungener Wurf von Microsoft. Linux hat insofern den alten Unix-Vorteil, weil sich hier nur Applikationen “aufhängen” können aber i.d.R. nicht das ganze System.

Fazit: Linux läuft als Server konfiguriert wohl stabiler, im Desktop-Bereich scheint Windows XP/SP2 den aktuellen Linuxdistributionen in diesem Punkt nahezu ebenbürtig zu sein. Frühere Windows-Versionen können dagegen nicht mit einer zeitlich vergleichbaren Linux-Version mithalten.

3. Handhabung

Hier ist Windows bisher einfach unschlagbar, auch wenn manche Einstellungen noch immer über Registryeinträge geregelt werden müssen und mehr gebootet werden muss. Unter Linux endet man bei etwas tiefergehenden Einstellungen letztlich doch immer auf dem Shell (Befehlszeile), egal welche Distribution und Oberfläche (z.B. KDE, Gnome) verwendet wird. Z.B. sind wir dazu übergegangen unsere Linuxrechner ausschliesslich im Textmodus über die Bash (Bourne Again Shell) zu konfigurieren und verwenden nur zu Anwendungszwecken eine graphische Oberfläche (X-Pakete). Für die oft sehr umständliche Bedienung eines Linux-Systems ist deshalb grundsätzliches Computer-Wissen und -Erfahrung sowie zu Anfang viel Geduld und Recherche notwendig. Das Zurechtfinden dauert bei Linux eindeutig länger als unter Windows-Systemen. Dafür gibt es - vor allem im Serverbereich - Möglichkeiten, die unter Windows-Systemen erst teuer erkauft werden müssen.

Fazit: Wir halten Linux im Desktop-Bereich einfach noch nicht für ausgereift genug, um eine grössere Masse an Usern relativ einfach und anschaulich zu bedienen. Jedoch zu empfehlen im Server-Bereich (z.B. Apache-Server) für erfahrene Administratoren oder im Heimbereich als paralleles System zu Windows.

4. Kompatibilität

Unter Linux laufen keine Windowsanwendungen (Ausnahme über Software “Wine”), weshalb man andere Programme verwenden und sich umgewöhnen muss - z.B. Open-Office anstatt MS-Office. Dafür kosten die meisten Softwarepakete (GPL-Lizenz) nichts und man sollte deshalb mehr als zufrieden sein.

Ein wirkliches Ärgernis sind die oft fehlenden Treiber unter Linux für neue Geräte (z.B. WLAN, Bluetooth, Drucker, RAID-Controller). Dies gilt im besonderen für Notebooks. Diese Problematik wurde aber von den meisten Linux-Entwickler und -Distributoren erkannt und es werden hoffentlich schnell entsprechende Lösungen erarbeitet. Die Hardwareindustrie sieht es momentan wohl nicht für nötig die (noch) kleine Linux-Gemeinde zu versorgen.

5. Kosten

Da es sich bei Linux um ein OpenSource-Projekt handelt, ist es kostenlos und kann von diversen FTP-Servern heruntergeladen werden. Möchte man jedoch ein Komplettpaket mit CD-Roms/DVD, ein Handbuch und/oder Installations-Support, ist ein entsprechender Betrag an den jeweiligen Distributor fällig. Ein weitergehender Support ist extra zu bezahlen. Einen wirklichen Vorteil gegenüber Windows hat hier nur der versierte Benutzer, der sich selbst helfen kann. Ein kommerzieller Betrieb von Linux ist - aufgrund notwendiger Supportverträge und bei Distributorenpaketen windowsähnlicher Lizenzgebühren- nicht billiger als Windows ! Microsoft behauptet sogar, dass Linux über einen längeren Zeitraum gerechnet teurer sei.

6. Zusammenfassung

Der Glaubenskrieg zwischen Windows- und Linux-Usern ist wohl nicht zu schlichten. Die Frage, welches das bessere Betriebssystem darstellt, kann erst beantwortet werden, wenn bekannt ist, was das System können und machen soll. Legt der Anwender Wert auf Spiele und sonstige multimediale Anwendungen oder soll der Rechner als Web- FTP- oder lokaler Server dienen ? Wie sieht die Kostenfrage aus ?

Für den Heimanwender erscheint uns das Windows-System geeigneter, während Linux seine Stärken im Netzwerk (Server) ausspielen kann. Wer gerne ausprobiert, über entsprechende Vorkenntnisse, Zeit und Geduld verfügt, sollte sich eine Linux-Distribution besorgen und parallel zu Windows installieren, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Nachstehende Links führen zu den geläufigsten Distributionen:


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