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Sicherheit (zur Themenübersicht)
Vorwort
Computer- bzw. Internetkriminalität hat Hochkonjunktur, wie die fast täglichen Berichte in den Medien untermauern. Auf dieser und den folgenden Seiten erhalten Sie umfangreiche Informationen und Ratschläge, um Sie für diese Thematik zu sensibilisieren und im Umgang damit zu routinieren. Denn “was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr” (Zitat: Marie Curie). Letztendlich geht es um Ihre Privatsphäre (Spionage) und im übelsten Falle um Ihr Geld (Onlinebanking, Kreditkarte) oder gar Ansehen: z.B. Download oder Bereitstellen (Upload) von illegalen Inhalten wie z.B. Kinderpornographie über Ihren Internet-Account oder Missbrauch des Rechners als Spamserver u.s.w.. Sind Sie bereits Opfer, sehen Sie bitte auch unseren Arbeitsbereich Computer-Forensik.
Über die linke Navigationsleiste oder die transparentere Sicherheit-Themenübersicht gelangen Sie zu den einzelnen Unterbereichen mit detaillierten Hintergründen. Auf der Seite “Tipps” können Sie sich über weitere Themen informieren, u.a. stellen wir ein Beispiel (Schritt für Schritt) für die Einrichtung eines sicheren, lokalen Netzwerkes mit Internetanbindung zum Nachbau zur Verfügung.
Auch haben wir uns sehr bemüht auf Fachchinesisch zu verzichten und die Sachverhalte in allgemein verständlicher Form zu vermitteln sowie mit anschaulichen Beispielen zu verdeutlichen.
Einleitung
Eindringlinge haben selten Interesse an der Identität des Computereigentümers, sondern wollen vielmehr den Rechner unter die eigene Kontrolle bekommen, um damit zumeist illegale Dinge zu tun, ohne Rückschlüsse auf die eigene Person zuzulassen. Somit ist der PC-Eigentümer im Falle einer Anzeige durch Dritte erst einmal beweispflichtig. Dieser Beweis kann meistens nicht geführt werden, da der wahre Täter (hat dieser gründlich gearbeitet) nicht oder nur mit erheblichem, auch finanziellem, Aufwand identifiziert werden kann.
Während der “kleine” Home-User oder die mittelständische Firma früher nicht als Opfer getaugt haben, sind sie heute - im Zeitalter von Homebanking, Onlineaktienhandel, Breitbandanschlüssen etc. - um so interessanter geworden und deshalb ins Visier von Hackern (und solchen, die es werden wollen: Script-Kiddies) geraten.
Auch bietet Hackern und Trittbrettfahrern die Architektur der aktuellen Viren (siehe Aktuelles und Viren&Co.) derzeit und zukünftig ungeahnte Möglichkeiten, durch diese oder ähnliche Art und Weise in (Privat)Systeme einzudringen oder diese für weitere üble Zwecke zu missbrauchen.
Ältere Betriebssysteme bieten so gut wie keine Angriffspunkte – natürlich auch nicht die heutigen Möglichkeiten – neue Betriebssysteme haben dagegen alles, um es als Hacker-Plattform attraktiv werden zu lassen. Zudem geht der Trend in der Software-Industrie dahin, die Verantwortung bzgl. der Sicherheit der Systeme gänzlich auf den User abzuwälzen. So müssen Mängel bei den Betriebssystemen und Softwareprodukten überhaupt erst bekannt werden (meist durch einen publik gewordenen Hack oder Virus), um diese dann mit einem (meist auch noch selbst zu suchenden) Patch oder Fix beheben zu können.
Der Umstand, dass Computer, deren Betriebssysteme, etwaige Netzwerkkomponenten (z.B. Router oder AccessPoint) und installierte Software (z.B. Browser) schon bei Auslieferung nicht auf dem neuesten Sicherheitsstand (und Sicherheitslücken aufweisen können) und zudem so konfiguriert sind, dass meist “TÜR und TOR” offen stehen, begünstigt und erleichtert das Eindringen auch noch. Erschwerend kommt die Unbekümmertheit und Unwissenheit der meisten Anwender hinzu. Sich im Auto anzuschnallen ist mittlerweile selbstverständlich, auf der Datenautobahn dagegen surfen viele Benutzer, ohne “Gurte” anzulegen, was bei einem “Unfall” eben drastische Folgen haben kann: Siehe Beispiel einer System-Infektion: Der Weg und Werdegang eines Schädlings
Ein individueller Angriff beginnt mit der Recherche der Internet-IP-Adresse oder schlichtem Ausprobieren ganzer IP-Adressen-Bereiche, über welche Computer im Online-Status zu erreichen sind. I.d.R. folgt ein sog. Portscan, mit welchem dann die offenen Ports festgestellt werden, um über diese letztendlich mit verschiedenen Methoden in das Computer-System einzudringen (siehe dazu auch Google-Hacking und Gefahren sozialer Netzwerke).
Automatisierte Angriffe erfolgen dagegen über E-Mail-Anlagen mit schädlichem Code, über den Besuch eines nicht vertrauenwürdigen oder gehackten Webservers (z.B. gelangt schädlicher Code über Sicherheitslücken des verwendeten Browsers beim Besuch einer Webseite auf den Rechner) oder gar ganz ohne weiteres menschliches Zutun (z.B. verbreiten sich manche Würmer über einen TFTP-Server im Hintergrund/Backdoor, indem sie bekannte Sicherheitslücken von ungepatchten Betriebssystemen, Routern oder Anwendungen ausnützen, siehe Beispiel Wurm Lovsan, einer von vielen). Der infizierte Rechner ist i.d.R. dann ein “Zombie” und Mitglied eines Botnetzes.
Nachstehend eine kleine Kostprobe dessen, was man derzeit über SIE als Besucher (unabhängig jeglicher Sicherheitseinstellungen) erfahren kann. Nämlich Ihre IP-Adresse, Ihren Browsertyp und Ihren derzeitigen Hostnamen:
Um sich vor Missbrauch oder Datendiebstahl zu schützen, ist ein Sicherheits-Konzept erforderlich, den IT-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess! Für den privaten Betrieb eines Computers reichen i.d.R. folgende Massnahmen:
- Sicherheitslücken des Betriebssystems untersuchen und schließen (z.B. Update !, Deaktivierung unbenötigter Dienste/ Komponenten, etc., siehe Windows-Checkliste).
- Aktualisierung und penible Pflege jeglicher Software, die mit dem Internet in Verbindung kommt, um diese nicht zum Einfallstor für Malware zu machen. Hier wäre an erster Stelle der Webbrowser zu nennen (siehe nächster Punkt)
- Sichere Konfiguration und Aktualisierung des Browsers sowie der installierten Plugins und Add-ons. Als “Schnittstelle” zum Internet ist dem verwendeten Browser (MS-IE oder Mozilla Firefox etc.) sicherheitsspezifisch grosse Beachtung zu schenken. Z.B. raten wir von der generellen Aktvierung von Java, JavaScript, Flash und ActiveX ab (siehe auch nähere Infos zu Plugins)
- Sichere Konfiguration des eMail-Programms/Clients (z.B. Outlook, Outlook-Express, Thunderbird) bzw. richtige Voreinstellungen des Webmailer-Interfaces beim eMail-Provider. Evtl. sollte auch die Möglichkeit eMail-Verschlüsselung in Betracht gezogen werden.
- Einsatz eines Virenscanners, welcher unbedingt mit einem Wächter/Guard und mit einem Echtzeit-eMail-Scanner ausgestattet sein sollte. Ein regelmäßiges Update ist auch hier unverzichtbar.
- Einsatz einer Anti-Spy-Software, welche ebenso Wächterfunktionen besitzen sollte und auf dem neusten Stand sein muss
- Einsatz einer richtig konfigurierten* (Personal-) Firewall, welche über Regeln die Verbindungen kontrolliert und Angriffe aus dem Internet abwehrt
*eine unzureichend oder falsch konfigurierte Firewall stellt eher eine Sicherheitslücke als einen Schutz dar!
- Im Netzwerk (oder Standalone-PC): Einsatz eines Hardware-Router und/oder Proxy-Server
- Ganz sicherheitsbewusste Anwender können auch den Einsatz einer virtuellen Maschine (beispielsweise für die Verbindung zum Internet) in Erwägung ziehen. Das System könnte nach der Internet-Session wieder auf seinen Ursprungszustand zurückgesetzt werden. Dazu einfach das VM-Image sichern und per Drag&Drop im entsprechenden Verzeichnis des Gastsystems wiederherstellen.
- Evtl. sollte eine Datenverschlüsselung in Betracht gezogen werden. Sehen Sie dazu unsere Themenseiten “Warum Daten überhaupt verschlüsseln” und unser Tutorial zum OpenSource-Programm TrueCrypt
- Last but not least: Gesunder Menschenverstand (Hirn 2.0) sollte bei allen Aktionen im WorldWideWeb mit an Bord sein: sprich erst nachdenken und dann klicken!
Verwandte Themenbereiche:
Auf der Seite www.grc.com (ShieldsUp) und unserer Browser-Testseite können Sie IHR System auf Sicherheitslücken bzgl. Ihrer Internetverbindung(en) hin überprüfen.
Gerne sind wir Ihnen persönlich, bei Fragen oder Installationen, behilflich.
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