01.12.2021 | 02:12 Uhr
 
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Meta, die Anti-Utopie (02.11.2021)
Das neue Metaversum des Herrn Zuckerberg soll viel weiter gehen als alles, was man bisher von Facebook, Instagram und WhatsApp her kennt: VR-Umgebung im täglichen Leben, Lernen, Shopping, Geschäftsprozesse, Spiele..., alles über Künstliche Intelligenz ausgewertet, um Profile zu erstellen, die Menschen zur bestmöglich vermarktbaren Ware macht.

War schon bisher so, wird nun aber unter anderer Marke perfektioniert, verschleiert und versteckt.

Kurzum eine DYSTOPIE, eine imaginäre futuristische Welt, die das Leben der Menschen kontrolliert, eine Zukunft mit leider negativem Ausgang.


Man muss diesem Konzern sehr Böses unterstellen, denn es gibt keinerlei Gründe "Meta" zu vertrauen, wie die nicht weniger üble Vergangenheit dieses Ladens zeigt. Beteuerungen seitens Mark Zuckerberg, Datenschutz stünde an erster Stelle, sind in der Kategorie "Hohles Geschwätz" einzuordnen!

Denn es ist gerade anders herum: Wird der Konzern bei seinen unlauteren Machenschaften erwischt, gibt es bereits zuvor geplante Strategien der Desinformation und Leugnung (siehe die sog. Facebook-Files). So gibt es laut der Whisteblowerin Frances Haugen doch eindeutige Beweise dafür, dass das Unternehmen "die Öffentlichkeit wiederholt darüber in die Irre geführt hat, was die eigene Forschung über Sicherheit für Kinder offenlegt, über die Wirksamkeit seiner künstlichen Intelligenz und über seine Rolle bei der Verbreitung spaltender und extremistischer Mitteilungen".

So werden z.B. Facebook-Posts bevorzugt, die negative Emotionen wie Empörung und Sensationsgier erzeugen.

Instagram-Inhalte sind eine Gefahr für das Selbstwertgefühl von Jugendlichen. Diese können u.U. Depressionen auslösen oder gar zu Suizidgedanken führen, weil der Konzern bestens über die Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers von Jugendlichen Bescheid weiss. Algorithmen erzeugen vollautomatisch gefilterte Bilder, die Körper darstellen, welche es so nicht gibt, und so ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit in die Köpfe pflanzen.

Labile Personen sind gefährdet, wenn sie ihren Selbstwert anhand der Attraktivität, des Aussehens, des Erfolgs oder des Reichtums von anderen bestimmen. Um so schlimmer, wenn dann auch noch Bilder produziert werden, die nicht der Realität entsprechen und man einem irrealen Ideal nacheifert.

Beim "Engagement Based Ranking" entscheiden nicht veröffentlichte Algorithmen darüber, wer bei Instagram und Facebook was vorgesetzt bekommt (im Übrigen auch bei Twitter). D.h. die Linken und Rechten bleiben dadurch unter sich, Verschwörungstheoretiker ebenso...jeder bekommt ständig seine Meinung bestätigt, indem nur noch Sichten aus einer bestimmten Richtung gezeigt werden. Diese Filterblasen führen leider zu einer Polarisierung von Meinungen, d.h. echte, auf Fakten basierende, Diskussionen werden dadurch verhindert und eine demokratische Konsensbildung ist nicht mehr möglich. Eine offene politische Meinungsbildung ist damit sehr gefährdet.

Und bei Facebook gelten nicht für alle (rund drei Millarden Nutzer) die gleichen Regeln, obwohl Mark Zuckerberg dies immer wieder zum Besten gibt, selbst unter Eid hat er dies vor dem US-Senat ausgesagt. Wie den "Facebook Files" zu entnehmen ist, hat der Konzern ein System mit dem Namen XCheck ins Leben gerufen, welches rund sechs Millionen Nutzer (meist Prominente) von der Einhaltung der Inhalteregeln ausnahm. Deshalb konnte sich diese Personengruppe Fehltritte (z.B. "Revenge Porn") erlauben, die bei normalen Nutzern geahndet bzw. sanktioniert worden wären.

Und dann ist da ja auch noch WhatsApp. Zwar gibt es hier mittlerweile eine funktionierende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ABER dem Konzern geht es um die Meta-Daten (welcher Zufall zur neuen Namensgebung), die Speicherung derselbigen wäre vermeidbar, fällt aber selbstverständlich aus. D.h. das Unternehmen vermarktet sehr wohl das Wissen, wer mit wem, wo und wann in Kontakt ist. Ganz bestimmt hat Mark Zuckerberg im Jahre 2014 WhatsApp nicht aus altruistischen Gründen für rd. 19 Milliarden US-Dollar aufgekauft.

Dies sind nur einige wenige der kritischen Punkte. Vertrauen kann man diesem Konzern - wie oben bereits erwähnt - ganz bestimmt nicht. Die gesammelten Daten werden meistbietend skrupellos verkauft, das und nichts anderes ist das Geschäftsmodell!




Doch zurück zur Zukunft: Wer immer die Bestie und Datenkrake "Meta" nutzt oder gar mit ihr Geschäfte macht, muss sich darüber im Klaren sein, dass das digitale Monster weiter gefüttert wird und so zu einer wahrscheinlich unverzichtbaren Supermacht für leider alle werden lässt, weil die Menschen gar nicht merken, wo diese überall in ihr Leben eingedrungen ist und wen sie aus ihrem Umkreis gleich mit ausliefern.

(Update 03.11.2021: sehen Sie in Ergänzug meinen Kommentar unten)

So ähnlich bzw. schlimmer als bei diesem Paradoxon: Viele junge Menschen sind gaaanz klar nicht (mehr) bei Facebook, weil sie sich Gedanken über ihre Privatsphäre und den Datenschutz gemacht haben. Fragt man jedoch nach WhatsApp oder Instagram (der gleiche Konzern), dann ist das wieder hipp und klar ist man da dabei.

"Meta" wird perfider vorgehen und alles und jeden versuchen mit seinen Diensten und Partnern zu messen, dann einordnen, einschätzen und vorausberechnen, eine sehr finstere psychologische Profilierung jeder Person vornehmen: Eine von "Meta" gestaltete Zukunft, die digitale Anti-Utopie, Dystopie!



Fazit:
Es ist einfach kein ehrliches Geschäftsmodell, wenn man unter Vorspiegelung von vermeintlich "tollen" Features Daten sammelt, um diese in bare Münze umzuwandeln.

Wir kommen wohl um eine gesellschaftliche Kontrolle bzw. politische Regulierung solcher Meta-Konzerne nicht herum, denn diese sollen sich nicht mehr hinter Mauern verstecken und im Schatten agieren. Dazu haben sie zu viel Macht in unserer Gesellschaft eingenommen, um in dieser Weise operieren zu dürfen.
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